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Große geodätische Exkursion nach Schleswig-Holstein 24. -28.09.2007

Montag, 24.09. 2007: Hamburg, Geesthacht, Lauenburg, Bad Seegeberg

Die große geodätische Exkursion 2007 begann mit einer Busreise um 7:00 Uhr. Fünfundzwanzig Studenten und diverse Betreuer begannen müde und dennoch voller Enthusiasmus die Reise, welche leider schon bald  durch einen Stau gestoppt wurde. Mit einer leichten Verspätung wurde der Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung  in Hamburg besichtigt. Der stellvertretende Geschäftsführer, Herr Wetzel, begrüßte die Reisenden und erläuterte die Struktur des Betriebes. Er betonte im Besonderen, dass eine Veränderung von dezentralen Ämtern zu  einem zentralen Betrieb realisiert wurde. Dass der besagte Landestrieb wirtschaftliche orientiert sei wurde besonders deutlich durch den Begriff Kunde herausgearbeitet.     Anschließend wurden Vorträge über die Themen ‚thematische Karten‘ und ‚3D- Stadtmodelle‘ gehalten. Hierbei wurde über Kartenmaßstäbe und über die unterschiedlichen Stufen von 3D-Modellen gesprochen, wobei Letzteren eine große Zukunftschance eingeräumt wurde. Nach einer Rast in einem Gasthaus in Geesthacht, wurde der zweite Ort auf der Tagesordnung aufgesucht – das Institut für Küstenforschung in Geesthacht (GKSS). Die GKSS gehört zur HelmholtzStiftung, von der wir in den folgenden Tagen noch andere Institutionen besuchen würden. Hier wurde uns von drei Mitarbeitern des Instituts ein Überblick über das die Tätigkeiten der GKSS geboten, sowie die Themen Radarauswertung und Extrahierung von Meeresflächentopographie detailierter erläutert. Anschließend wurden Filme Ein Ausblick auf die Elbe in Lauenburg  aus der Kooperation der GKSS vorgeführt. Diese stellten die Auswertung von SAR dar, sowie die Tätigkeiten von Meeresbiologen. Im Anschluss an den Besuch der GKSS wurde das Städtchen Lauenburg an der Elbe angefahren. Hierbei wurde allen Beteiligten der Exkursion frei gestellt, was sie unternehmen mochten. Sehenswürdigkeiten waren das Schloss, mit schöner Aussicht auf die Elbe, sowie die verträumt romantische Altstadt, die viele kleine Gaststätten und Kneipen beherbergt. Zu guter Letzt kamen wir gegen acht Uhr Abends in der Jugendherberge Bad Seegeberg an, die uns für die nächsten Tage als Nächtigungsstätte dienen sollte. 

Dienstag, 25.09.07: Neumünster, Jagel, Neumünster

Am zweiten Tag unserer Exkursion saßen wir bereits um 8 Uhr morgens im  Bus. Der Dienstag stand zum Großteil im Zeichen von Neumünster, der mit ca. 80.000 Einwohnern viertgrößten Stadt SchleswigHolsteins. Dort empfing uns nach ca. einstündiger Fahrt Herr Schulz vom Stadtplanungsamt. Mit ihm besichtigten wir in den folgenden zwei Stunden diverse stadtplanungstechnisch interessante Orte. An diesen waren beispielsweise Sanierungs- und Umlegungsmaßnahmen geplant und zum Teil durchgeführt worden.  So besichtigten wir unter anderem Grundstücke und Häuser der Haartallee, eine begrünte  Stellplatzanlage in Innenstadtnähe und die alte Papierfabrik. Überall dort wurde von  der Stadt umgestaltet und saniert, teilweise erfolgreich, teilweise auch nicht. Insgesamt integrieren sich die neuen Konzepte aber eher schlecht in das vorhandene Stadtbild Neumünsters. Eine erfolgreiche Sanierungsmaßnahme stellt allerdings  das Rathaus dar, in welchem unser Rundgang den Abschluss fand. Nach einer  kleinen Stärkung stellte uns Herr Vortrag bei der GKSS in einer ehem. SchiffswerftRathaus Neumünster Schulz dort noch weitere  Sanierungsprogramme vor, die wir im Rahmen unseres Rundgangs nicht besichtigen konnten. Nach einer kurzen, abschließenden Rundfahrt mit dem Bus durch die Stadt verabschiedeten wir Herrn Schulz und brachen auf Richtung Norden. Um die Mittagszeit, nach dem Verzehr unseres Lunchpaketes im Bus, erreichten wir den Bundeswehrstützpunkt Jagel bei Schleswig. Dort empfing uns aufgrund des Afghanistan-Einsatzes ein leicht dezimiertes Personal.  Daher begrüßte uns der Kommandeur Tim Auffahrt, der uns in einem Vortrag sowohl die Organisation und Geschichte als auch die Aufgaben und Einsätze des Jagdgeschwaders und dessen Vorhaben in der Zukunft näher brachte. Dabei ging er unter anderem auch auf die taktische Luftaufklärung im Militärbereich und die entsprechenden Kamerasysteme ein. Anschließend hatten wir die einmalige Gelegenheit, einigen Tornados aus nächster Nähe beim Start zuzusehen. Obwohl uns aufgrund der hohen Lautstärke empfohlen wurde, die Ohren zuzuhalten, war es doch den meisten wichtiger, eine einmalige Videoaufnahme dieses Ereignisses zu bekommen. Nachdem jeder eine zufrieden stellende Aufnahme gemacht hatte, schauten wir uns die Instrumente der Luftbildaufklärung näher an. So bekamen wir nicht nur zentnerschwere und sündhaft teure Kameras zu sehen, sondern auch deren Einbautechnik und Funktionsweise in den Aufklärungsbehältern. Den Abschluss in Jagel bildete der Besuch der Luftbildstaffel. In einer großen Halle mit mobilen Containern führte uns Herr Plagge nach einem kleinen Vortrag über die Methoden und Ziele der militärischen Luftbildaufklärung durch die einzelnen Abteilungen. Unter mehr als beengten Bedingungen beschäftigen sich die Soldaten dort unter anderem mit der Entwicklung und Auswertung der (noch) analogen Luftbilder. Diese Arbeiten sind allerdings nicht mit der uns Aufklärungscontainer bekannten Luftbildphotogrammetrie vergleichbar, da die Einzelbilder mit sehr hoher Auflösung beispielsweise der  Suche nach Massengräbern oder Waffenlagern dienen.  Nach diesen interessanten Einblicken fand der kulturelle Abschluss des Tages wiederum in Neumünster statt, wo unser Ziel der dortige Skulpturenpark war. In der Villa Wachholtz empfingen uns Herbert Gerisch und seine Frau, die die Ansammlung moderner Kunstwerke im Skulpturenpark durch eine eigens hierfür ins Leben gerufene Stiftung und viel Eigenarbeit ermöglicht haben. Nachdem die beiden uns einen kurzen Abriss ihres Lebens gegeben hatten, gaben sie uns in einer Führung detaillierte Informationen über die verschiedenen Kunstobjekte und den weltweit einmaligen Glaszaun, der  den Park zur Straße hin begrenzt. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit schenkten jedoch auch einige von uns dem schwarzen Baron, dem Hund des Ehepaars, erhöhte Aufmerksamkeit. Zum Abschluss des Tages wurden wir von den Förderern noch zum Essen  in das hauseigene Cafe eingeladen. Während wir auf unser Essen warteten, besichtigten wir noch den Rest der Villa, deren renovierte Räumlichkeiten einer Ausstellung dienen. Nach diesem langen und anstrengenden, aber auch sehr informativen Tag, ging es schließlich mit eineinhalbstündiger Verspätung zurück  in Richtung Bad Segeberg.

Mittwoch 26.9.2007: Hamburg

Nach einer ruhigen Nacht verließen wir um Punkt acht Uhr die Jugendherberge und brachen auf nach Hamburg Altenwerder zum weltweit hochmodernsten Containerterminal. Nach einer kurzen Personenkontrolle (Zitat Lohmann: „Ihr braucht eure Personalausweise!“ – Zitat Security: „Sind alle da?“) empfing uns der freundliche mitfünfziger Herr Bieschke. An einem Modell im Verwaltungsgebäude erklärte er uns die einzelnen Komponenten und die Funktionsweise des 14 Milliardenkomplexes . Er erklärte uns das Zusammenspiel  der vier Hauptkomponenten. Also die Verarbeitung der mit Bahn und LKW ankommenden Container, die technische Meisterleistung der vollautomatischen Zwischenlagerung, die Funktionsweisen der sogenannten Katzen am Pier und die hohen Leistung der Mitarbeiter. Dabei erfuhren wir, dass Ozeanriesen, welche entlang der 1400m langen Kaimauer festmachen, bis zu 10000 Container transportieren können. Diese werden über 15 Containerbrücken, Stückpreis 9 Mio. €, entladen. Hierfür greift eine der Katzen die Transportunit, verschiebt sie auf die Zwischenplattform auf der die Maulschellen entfernt werden. Von der zweiten voll automatischen Katze werden die Container auf die bereitstehenden AGV’s (automatic guided vehicle) verladen, von denen es 75 Stück gibt. Diese transportieren die TU’s zu einem der Zwischenlagern. In den Lager können pro Block 1850 20 ft. Container abgestellt werden. Die zwei ebenfalls automatischen Kranbahnen über dem Block verwalten alle Container und sorgen auch für die reibungslose Übergabe/ Übernahme von den  LKW’s. Der gesamte Vorgang beträgt für einen Trucker inklusive Zollabfertigung nicht mehr als 30 Minuten. Die Container stehen nicht länger als drei bis vier Tage im Lager. Trotz oder gerade wegen dem hohen Grad an Automatisierung werden nur 30 % Personalkosten gespart da die meisten Beschäftigten jetzt in der Informatik oder anderen hochqualifizierten Sparten zu Hause sind. Die Entwickelung der Anlagen und der Software hat etwa  300 Mannjahre in Anspruch genommen (100 Menschen haben drei Jahre entwickelt).  Nachdem wir dem Containerterminal den Rücken gekehrt hatten, führte uns unsere Reise zum DESY (Deutsches Elektronen Synchrotron), einem Forschungsgelände zur Untersuchung von Strahlung. Nach dem Mittagessen in der dortigen Mensa wurden wir von Dr.-Ing. J. Prating, dem Leiter der vermessungstechnischen Abteilung im DESY, begrüßt. Danach wurden wir von Dr. Prating in einem Vortrag über die allgemeinen Forschungsaufgaben des DESY aufgeklärt. Hierzu gehört die Untersuchung von Röntgen- und Synchrotronstrahlung, sowie Laserforschung. Im wesentlichen wird das DESY durch seine Teilchenbeschleuniger HERA und PETRA charakterisiert, über die wir ausführlich aufgeklärt wurden. Wesentlicher Bestandteil von Dr. Pratings Vortrag waren auch die geodätischen Aufgaben im DESY, zu denen die hochpräzise Ausrichtung und Überwachung der Teilchenbeschleuniger gehört. Die Messungen hierzu finden aufgrund hochgenauer Referenznetze und modernster Geräte im Mikrometerbereich statt. Die vermessungstechnische Abteilung führt ebenfalls sonstige anfallende Liegenschafts- und Ingeniervermessungen durch. Im Anschluss an den Vortrag wurden wir durch das DESY-Gelände  und einen im Umbau befindlichen Teil des Teilchenbeschleunigers PETRA geführt. Zum Schluss des DESY-Besuchs berichtete Dr. Prating noch einmal von aktuellen und kommenden Projekten im DESY. Nach der standardgemäßen Geschenkübergabe zum Schluss ging es dann zurück nach Bad Segeberg, wo wir  den Abend im Restaurant „Einstein“ ausklingen ließen, wieder einmal zur Freude der Studenten mit Zuschuss durch die Fördergesellschaft.

Donnerstag, 27.09.2007: Hamburg, Ricklingen

Das Miniaturwunderland in der Hamburger Speicherstadt ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Sie umfasst zurzeit rund 900 m² Ausstellungsfläche auf der im Maßstab H0 (1:87) eine an das Vorbild angelehnte, jedoch zum größten Teil in Fantasie erschaffene Landschaft entstanden ist und immer noch weiter  ausgebaut wird. Momentan gibt es folgende Abschnitte auf der Anlage:

  • Hamburg
  • Harz
  • Knuffingen
  • Österreich
  • Skandinavien
  • Amerika

Zurzeit wird an einem Bauabschnitt der Schweizer Alpen gearbeitet. Wenn dieser im November 2007 fertig gestellt ist, wird er auf einer Fläche von 100 m² eine Gebirgslandschaft mit fast 5 m Höhe bieten können. Zu den weitern Besonderheiten zählen ein simulierter Tagesablauf, bei dem sich alle 15 min Tag, Dämmerung und Nacht wiederholen, eine automatische Lichtsteuerung für Häuser und Fahrzeuge mit rund 250.000 Lampen und ein sich im automatisiertes Straßenverkehrssystem. Neben dem Bauabschnitt der Schweizer Alpen und einem Flughafen sind bis zum  Jahr 2012 noch folgende Bauabschnitte geplant: Frankreich, Italien, Afrika. Nach Angaben der Betreiber soll danach aber noch nicht Schluss mit dem Ausbau sein. Zum Abschluss einige Zahlen und Fakten über das Miniaturwunderland:

Modellfläche ca. 900 m²
Bauabschnitte 4 Bauabschnitte
Gleislänge 9 km
Züge ca. 700
Waggons über 10.000
längster Zug 14,51 m
Signale 900
Weichen 1.900
Computer (Steuerung) 33
Lichter 250.000
Figuren 150.000
Bäume 165.000
Bauzeit ca. 475.000 Stunden

Adresse
Miniaturwunderland
Kehrwieder 2
20457 Hamburg

Am Nachmittag besuchte ein Teil der Exkursionsteilnehmer das Airbuswerk am Standort Hamburg Finkenwerder. Die  Werksführung bestand aus 2 Teilen. Zuerst besuchten wir hier das kleine Werksmuseum und bekamen eine kurze Einführung in die Geschichte von Airbus und des Werkes am Standort Hamburg Finkenwerder sowie die Technik (Triebwerke, Aerodynamik, verwendete Materialien, Aufbau) der von Airbus produzierten Flugzeuge. Das Werk im Stadtteil Finkenwerder liegt auf dem Gelände der 1936 gegründeten Hamburger Flugzeugbau und besitzt einen eigenen Werksflughafen. Das Werk wurde 1940  gegründet. Am 18. Dezember 1970 wurde die „Airbus Industrie“ von den Gründungsmitgliedern der staatlichen französischen „Aérospatiale“ und durch die „Deutsche Airbus“  gegründet. In Hamburg findet in einer Fertigungslinie die Endmontage für A318, A319 und A321 statt. Für die A380 wird in  Hamburg die Sektionsmontage der Rumpfsektionen, Kabinenausstattung und Lackierung durchgeführt. Airbus beschäftigte in Finkenwerder ca. 11000 Mitarbeiter. Der zweite Teil bestand aus der eigentlichen Werksführung. Hier sahen wir die einzelnen Fertigungsbereiche. Die  Fertigung der Flugzeuge erfolgt in Segmenten. Diese Segmente werden in Hamburg und Toulouse an großen Fertigungsstraßen produziert. Die Endmontage der einzelnen Segmente für einige Flugzeigtypen findet in Hamburg statt. Zur Endmontage gehört das Zusammensetzten der einzelnen Segmente, der Einbau der Innenausstattung und Testen der einzelnen Funktionen. Nach der Montage folgen noch Probeflüge sowie eine aufwendige Abnahme. Während der Fertigung wird im Bereich der Geodäsie die Nahbereichsphotogrammetrie verwendet. Eingesetzt wird sie zur Endkontrolle und zur Überwachung der Zusammensetzung der einzelnen Segmente. Nachdem ein Teil der Studenten und Betreuer beim  Airbus-Werk abgesetzt wurden, fuhr der andere Teil mit dem Bus zum Stadion des Hamburger SV. Für diesen Teil der Gruppe stand die Besichtigung der HSH Nordbankarena auf dem Programm. Nach kurzem Aufenthalt im Fanshop startete die Führung durch das Stadion pünktlich um 15 Uhr. Im Verlauf der Führung wurden wir ausführlich über die Geschichte des Stadions informiert. Für die Fußball-WM 2006 wurde das Stadion, das zum damaligen Zeitpunkt noch AOL-Arena hieß, umgebaut. Seitdem wird das 57200 Sitzplätze fassende Stadion als 5-SterneStadion bei der UEFA gelistet. Neben den Spielen des HSV finden ebenso Musikveranstaltungen und Tagungen in den Räumlichkeiten der Arena statt. Ein Höhepunkt der Führung war mit Sicherheit die Besichtigung des Pressebereiches, in dem nach jedem  Heimspiel die Pressekonferenzen abgehalten werden. Einige hatten die  Gelegenheit, auf dem Konferenzpodest Platz zu nehmen und für wenige Minuten Cheftrainer zu sein. Nach der ca. einstündigen Führung hatten wir noch die Gelegenheit, den Profis des HSV beim Training auf der Anlage hinter dem Stadion zuzuschauen. Um 1700 Uhr fuhren wir dann zurück zum Airbus-Werk, um die zweite Gruppe einzusammeln und danach die Rückfahrt anzutreten. Zum Abschluss des Tages führte die Exkursion in eine gemütliche Privatbrauerei. Dort führte uns der  Braumeister durch sein Sudhaus und erklärte ausführlich und mit vielen Scherzen die Kunst des Bierbrauens. Beim anschließenden Abendessen Vorort konnten wir uns von der Qualität des Bieres selbst überzeugen. Als Biersorten wurden Pils, Dunkel, Stout, Märzen, Porter und Rauchbier angeboten, welche alle unbehandelt und infiltriert nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut wurden. 

Freitag, 28.09.2007: Kiel, Laboe, Hannover

Der Tag beginnt mit dem Auschecken aus der Jugendherberge und dem Einladen des Gepäcks in den Bus, da noch am Nachmittag die Rückreise nach Hannover geplant ist. Nach einem kurzen Stopp des Busses bei Kaufland Bad Segeberg geht die Fahrt los in Richtung Kiel. An der Kieler Förde betreten wir das Leibniz-Institut für  Meereswissenschaften der Universität Kiel (IFMGEOMAR), welches den ersten Programmpunkt des Tages darstellt. Dieses Institut ist 2004 aus der Fusion des Forschungszentrums für Marine Geowissenschaften (GEOMAR) und des Instituts für  Meereskunde (IfM) entstanden. Wir erhalten von Herrn Dr.  Gerd Hoffmann-Wieck eine kurze Einführung im Eingangsbereich, in dem einige Ausstellungsobjekte zu bestaunen sind, wie z.B. ein Relief-Globus (siehe Foto).  Nebenbei erfahren wir, dass im Jahre 1913 das Echolot von Alexander Behm erfunden worden ist, welches dann durch die Gründung der Behm-EcholotGesellschaft hier in Kiel vermarktet wurde. Mit dem Echolot können Messungen von Meerestiefen vorgenommen werden,  indem die Laufzeit von UltraschallImpulsen gemessen wird. Außerdem ist 1904 der Kreiselkompass von Hermann Anschütz-Kaempfe patentiert worden. Ein Kreiselkompass zeigt die NordSüdrichtung durch Ausrichtung parallel zur Rotationsachse der Erde. Beide Instrumente werden seit dem auf jedem Schiff verwendet.  Anschließend werden wir in einen sehr modern und gut ausgestatteten Hörsaal geführt. Dort wird uns mit Hilfe eines Filmes genaueres zur Arbeit am Institut gezeigt. Die Bereiche der Meeresforschung am IFM-GEOMAR reichen von der Geologie bis zur maritimen Meteorologie. Dazu werden mit Hilfe von Forschungsschiffen wie der Poseidon, Alkor, Littorina  und dem Polarfuchs Untersuchungen auf allen Weltmeeren durchgeführt. Die  Forschungsbereiche des IFM-GEOMAR sind: Ozeanzirkulation und Klimadynamik, Marine Biogeochemie, Marine Ökologie und Dynamik des Ozeanbodens.  Das Forschungstauchschiff JAGO ist ein bemanntes Unterwasserfahrzeug für maximal 400 m Wassertiefe, das ohne Kabel unter Wasser frei beweglich ist. Es dient der Beobachtung und Erkundung des Meeresbodens und der Wassersäule, Video- und Fotodokumentation, Probenentnahme und vieles mehr.  Ein anderes interessantes Messgerät ist der Gleiter. Gleiter sind autonome tauchende und sich kontrolliert vorwärtsbewegende Messplattformen. Über mehrere Monate hinweg  können sie sich tausende Kilometer  fortbewegen und entlang der Strecke Messungen von physikalischen, chemischen und biologischen Parametern durchführen. Dieses ist von besonderer Bedeutung um über die Veränderungen der thermohalinen Zirkulation im Atlantik informiert zu sein. Da durch die thermohaline Zirkulation Wärme polwärts transportiert wird, spielt sie eine wichtige Rolle im globalen Wärmehaushalt der Erde. Am IFMGEOMAR wird untersucht und simuliert, wie der Ozean der Zukunft aussehen könnte und welche Auswirkungen die Veränderungen des Ökosystems auf das Klima der Erde haben  könnten. Außerdem sind die Forscher beteiligt am Tsunamifrühwarnsystem. Dazu werden bathymetrische Vermessungen, geophysikalische und geologische Arbeiten um die Epizentren der Beben durchgeführt. Im Anschluss an die Vorträge werden  wir zum Forschungsschiff POSEIDON geführt, welches derzeit in der Kieler Förde liegt. Dieses dürfen wir auch betreten und Herr Dr. Hoffmann-Wieck und der Kapitän des Schiffes zeigen und erläutern die wichtigen Funktionen an Bord. POSEIDON wird aber bald von einem neuen Forschungsschiff abgelöst, da es nicht über ein Fächerlot verfügt, mit welchem man noch genauer den  Meeresboden vermessen kann als mit einem Echolot.  Weiter geht die Führung zum Technik- und Logistikzentrum (TLZ), wo wir noch weitere interessante Geräte gezeigt bekommen. Nach der Verabschiedung verlassen wir das IFM-GEOMAR und der Bus bringt uns in die Kieler Innenstadt zum Busbahnhof. Dort haben wir die Möglichkeit eine gute Stunde im Einkaufszentrum „Sophienhof“ zu verbringen um etwas  zu Essen und ein bisschen zu flanieren. Hier ist die Zeit allerdings viel zu schnell vorbei gewesen, da schon das letzte Ziel unserer Exkursion auf uns wartet. Mit dem Bus verlassen wir Kiel entlang des Ostufers der Kieler Förde, um dem Ostseebad Laboe einen Besuch abzustatten. Schon vor unserer Ankunft zieht der weithin sichtbare Turm des Marine-Ehrenmals, unsere letzten Station, die Blicke auf sich. Mit einer Höhe von  72m zählt er nicht umsonst zu den Wahrzeichen der Kieler Außenförde.  Aufgrund von heftigem Wind ist aber an eine Führung über das Außengelände der über 80 Jahre alten Anlage nicht zu denken. Stattdessen finden wir uns in der sog. Historischen Halle ein, wo uns der Führer über die geschichtlichen Zusammenhänge des Ehrenmals informiert. Einst als Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten konzipiert und nach dem Zweiten Weltkrieg um die Daten der gefallenen Seeleute erweitert, dient es seit der Übernahme durch den Deutschen Marinebund am 30. Mai 1954 als Gedenkstätte für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen und gleichzeitig als Mahnmal für eine friedliche Seefahrt  auf freien Meeren. Beim Passieren des Ehrenmals erweisen Schiffe aller Marinen den gefallenen Kameraden nach militärischem Zeremoniell die Ehre. Bei der Deutschen Marine wird z.B. an Bord zur sogenannten „Front“ gepfiffen. Leider haben wir zu wenig Zeit um die Ausstellungen in der Historischen Halle über die deutsche Marine, die Entwicklung der (Handels-) Schifffahrt, Meeresforschung sowie den U-Boot-Krieg entsprechend zu besichtigen. Stattdessen geht die Führung weiter zur Ehrenhalle und von dort aus durch die unterirdische Gedenkhalle zurück in die Historische Halle. Nach diesen doch teilweise betrübenden Eindrücken bietet sich für uns die Möglichkeit mit dem Fahrstuhl auf den Turm zu fahren, um die herrliche  Aussicht auf die Kieler Bucht zu genießen. Wieder unten angekommen lassen wir es uns nicht nehmen, uns einmal durch das am Strand aufgestellte U-Boot zu drängen.  Bevor wir Schleswig-Holstein den Rücken kehren und die Heimreise antreten, wirft jeder noch einmal einen Blick aufs Meer, um in Gedanken die letzten fünf eindrucksvollen Tage Revue passieren zu lassen.