Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Geodäsie und Geoinformatik
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Geodäsie und Geoinformatik
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Interview mit Andreas Gläser

Name: Dr.-Ing. Andreas Gläser
Arbeitsstelle: Dornier Consulting Automotive Systems GmbH
Tätigkeitsbezeichnung: Projektleiter Erprobung Kfz-Navigations- und Infotainmentsysteme

Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?

Ich arbeite in Sindelfingen bei der Dornier Consulting Automotive Systems GmbH (DCAS), einer Tochterfirma der EADS Deutschland GmbH. Die DCAS ist ein Dienstleistungsunternehmen und am Standort Sindelfingen hauptsächlich im Bereich Automotive tätig. Als Projektleiter im Bereich der Erprobung von Kfz-Navigations- und Infotainmentsystemen habe ich die Aufgabe ein Testteam, bestehend aus Testfahrern, Fehlermanagern und Entwicklungsingenieuren zu leiten. Wir arbeiten für große deutsche Automobilkonzerne und deren Zulieferer als unabhängige Testinstanz. Die Hauptaufgaben meines Teams bestehen darin, durch geeignete Testfälle im Fahrzeug, den Reifegrad der Gerätesoftware zu bestimmen und den Entwicklern, durch exakte Fehlerbeschreibungen bei der Optimierung der Fahrzeugsysteme zu helfen. Dazu bedarf es der Entwicklung von effektiven Testmethoden und Automatisierungsverfahren, um bereits im fahrenden Fahrzeug die Fehlerursache in den Datenströmen des Fahrzeugs zu lokalisieren.

Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?

Besonderen Spaß macht mir an meinem Job die Abwechslung in der täglichen Arbeit. Da wird in Projektmeetings über neue Teststrategien diskutiert, mit dem Kunden werden Prozessoptimierungen besprochen, das Wissen um spezielle, schwierige Navigationssituationen bringt bisher verborgene Fehler des Navigationssystems ans Licht und an einem anderen Tag kalkuliere ich ein neues Projekt und berichte an die Geschäftsführung. Bei aller Planung weiß ich morgens noch nicht, was mich am Tag erwartet, da immer wieder unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die richtiger Entscheidungen bedürfen. Dabei reizt mich besonders die Aufgabe ein Team von Mitarbeitern unterschiedlichster Fachrichtungen zu führen und zu motivieren.

Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?

Nach meinem Studium bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Stuttgart gegangen. Im Institut für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen arbeitete ich im Bereich Ingenieurgeodäsie mit Schwerpunkt Baumaschinensteuerung. Das Institut hat aber auch einen weiteren Schwerpunkt – die Verkehrstelematik. So habe ich mich zweigleisig weiterentwickelt. Die Ingenieurgeodäsie als klassisches geodätisches Aufgabenfeld und die Verkehrstelematik, als für mich neues Fachgebiet. Der Umgang mit Fahrerassistenz- und Navigationssystemen sowie digitalen Straßenkarten verschaffte mir Zugang zur Automotive-Welt, die mich dann mehr und mehr begeisterte. Nach meiner Promotion im Bereich Baumaschinensteuerung brachte mir besonders mein breit angelegtes Spektrum an Fachwissen bei den folgenden Bewerbungsgesprächen Pluspunkte, denn in meinem jetzigen Job als Projektleiter muss ich Generalist sein. Die verschiedenen Spezialisten im Projektteam, gilt es zu verstehen und durch einen guten Gesamtüberblick die richtigen Strategien zu entwickeln.

Hat Sie Ihr Studium gut vorbereitet, was ist besonders wichtig für Studierende?

Mein Studium an der Universität Hannover hat mich außerordentlich gut vorbereitet. Fundiertes Wissen im Bereich der Ingenieurgeödäsie und der Satellitengeodäsie und vor allem die Möglichkeit, an unterschiedlichsten Projekten mitarbeiten zu können, verschafften mir die Gelegenheit nach Stuttgart, an das Institut für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen, zu gehen. Dort konnte ich mich dann auf dem Gebiet der Verkehrstelematik weiterbilden.

Für Studierende ist es besonders wichtig, die Angebote während des Studiums zu nutzen und eigeninitiativ zu sein wenn es darauf ankommt das Gelernte in Projekten auch außerhalb des Lehrplans anzuwenden. So kann man im „geschützten“ Umfeld der Universität Fähigkeiten erwerben, die im Berufsleben dann die entscheidenden Impulse geben können. Das Studium in Hannover bietet diese Möglichkeiten.

Was hat Ihnen besonders gut am Studium in Hannover gefallen?

Es wird sehr fundiertes Fachwissen vermittelt und vor allem die Fähigkeit, das Gelernte zur Lösung neuer Aufgaben einzusetzen. So ist es mir noch heute möglich, in einem für Geodäten doch sehr fremden Fachgebiet, mit den Methoden die ich im Studium gelernt habe neue Impulse zu setzen und effektive Lösungswege zu finden.

Das hervorragende Umfeld in Hannover und die Menschlichkeit während meines Studiums waren für mich besonders wichtig. Die beruflichen Positionen, die man anstrebt, muss man immer fachlich und auch menschlich bekleiden können. Das Selbstbewusstsein, diesen Weg zu gehen hat mir auf jeden Fall mein Studium in Hannover gegeben. Ich weiß, dass ich auf ein breites Spektrum an Methodik und Fachwissen zurückgreifen kann, um in den unterschiedlichsten Situationen zu bestehen.